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Bewegende Soldatenschicksale

Neue Sonderausstellung im Museum Aschersleben

Am Sonntag, dem 15. Oktober 2017, um 11:00 Uhr wird neben den Jüdischen Kulturtagen auch eine neue Sonderausstellung im Museum Aschersleben eröffnet. Unter dem Titel „Jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg“ können sich die Besucher dann bis Ende November über bewegende Schicksale und Biografien informieren.

Die von Studenten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erarbeitete Wanderausstellung stellt die Einzelschicksale jüdischer Soldaten aus Magdeburg im Ersten Weltkrieg in den Vordergrund. Während dieser Zeit dienten etwa 100.000 Juden in den Armeen des deutschen Kaiserreiches; 12.000 bezahlten ihren Patriotismus mit dem Leben. Die endgültige Anerkennung als gleichwertige Bürger, die sich viele von ihrem Einsatz erhofft hatten, blieb jedoch aus. Die Beteiligung jüdischer Soldaten am Kampf und ihr Einsatz „fürs Vaterland“ wurden nach Kriegsende relativiert und bestritten. Vielmehr propagierten rechtsorientierte nationalistische Parteien die Ursache der Niederlage des Deutschen Reiches sei u. a. auch in dem fehlenden soldatischen Einsatz der Juden zu suchen.  Aufzuzeigen, dass derartige Behauptungen jeglicher Grundlage entbehren und einer wissenschaftlichen Untersuchung nicht standhalten können, ist eines der Ziele der Ausstellung.

Um einen lokalen Bezug zu Aschersleben herzustellen, wird die Ausstellung um Biografien Aschersleber jüdischer Soldaten erweitert. Sie geben einen interessanten Einblick in das Leben der jüdischen Bevölkerung Ascherslebens zur Zeit des Ersten Weltkrieg. Dabei stehen nicht nur die Lebensbilder aktiver Frontsoldaten im Vordergrund, sondern auch die Biografien der daheimgebliebenen Unterstützer an der sogenannten "Heimatfront". Die Ausstellungstexte sind in Kooperation mit dem Arbeitskreis „Geschichte jüdischer Mitbürger in Aschersleben“ entstanden.  

Ergänzt wird die Ausstellung zahlreiche zeitgenössische Objekte sowie durch vier Hörstationen, an denen die Lebenswege von sieben jüdischen Soldaten Magdeburgs nach 1918 weiterverfolgt werden können.

Foto: Privatbesitz Dorit Cohen