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Von Plumpsklo bis Popodusche

Die neue Ausstellung im Museum Aschersleben

Es gibt sie zum Stehen, Hocken und Sitzen, mit Loch im Boden, Herzchen in der Tür oder beheizter Brille für eine gemütliche Verweildauer – die Rede ist von (stillen) Örtlichkeiten. Für die täglichen kleinen und großen Geschäfte des Lebens sucht man sie regelmäßig auf, und ist keine in Sicht kommt man schon mal gehörig ins Schwitzen.
In der neuen Sonderausstellung „Für’n Arsch! Klo(Papier)Geschichten“ im Museum Aschersleben wird nun die Geschichte des Toilette, der Umgang mit Hygienepapieren und so mancherlei Unausgesprochenes über dieses Thema ins Rampenlicht gestellt.

Die alltäglichsten Dinge sind uns meist so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Erst recht der Gang zur Toilette. Durch die Corona-bedingten Lockdowns rückte plötzlich ein alltägliches Produkt, welches untrennbar mit der Toilette verbunden ist, ins Rampenlicht: das Klopapier. Bilder von leergeräumten Supermarktregalen trübten unser Einkaufserlebnis und fanden sich zahlreich in den sozialen Netzwerken.
Diese Situation zum Anlass nehmend, wagt das Museum den Blick über den Schüsselrand und eröffnet am Welttoilettentag, den 19. November, seine unterhaltsame Exposition. Zu sehen gibt es jede Menge Kurioses, Historisches und Amüsantes. Verschiedene Toiletten wie ein als Sessel getarnter Nachtstuhl, ein englisches Wasserklosett von 1900 oder eine moderne Hightech-Popodusche zeigen den Wandel unseres „stillen Örtchens“ im Laufe der Zeit.
Im Stile einer öffentlichen Bahnhofstoilette vermitteln von Illustrator Michael Szyszka aufgesprühte Klo-Graffitis auf weiß gefliesten Wänden interessante Fakten zur Geschichte der Hygiene und des WCs.

Den Titel der Ausstellung „Für’n Arsch“ wörtlich nehmend bekommen auch Toiletten- und Hygienepapiere einen zentralen Platz in der Ausstellung. Von rauen Krepppapieren, dem frühen "Tempo"-Taschentuch, Rasiermesser- und Abschminkpapieren bis zum Lippentupfer - seit Papier industriell und damit preiswert hergestellt wird, ist es zu einem wichtigen Helfer bei der Körperpflege und im Haushalt geworden, weil man es nach einmaligem Gebrauch wegwerfen kann. Dieser Komfort stellt vor allem das Abwassersystem vor stetig wachsende Herausforderungen. Dank dem hiesigen Abwasserbetrieb und dem Stadtarchiv finden auch interessante Informationen zur Aschersleber Kanalisationsgeschichte ihren Platz zwischen Klo-Witzen und extravaganten Aborten.

Vervollständigt wird die Ausstellung mit Beiträgen aus dem Bürgeraufruf vom September. Eine Vielzahl an Einsendungen erreichte das Museum, die von ungewöhnlichen Toiletten-Geschichten bis hin zu kuriosen Fotos reichten.  

Die Sonderausstellung beruht in großen Teilen auf der Ausstellung „Scheiße sagt man nicht“ (LWL Freilichtmuseum Detmold, 2016) sowie der Ausstellung „Von der Rolle. KloPapierGeschichten“ (LVR Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach Bergisch Gladbach, 2020/21). Die ausgestellten Exponate stammen überwiegend aus diesen beiden Häusern.
Unterstützt wird sie durch die Stadtwerke Aschersleben.

Die Ausstellung kann bis 20. März 2022 im Museum besichtigt werden.