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Johann Daniel Ramdohr

Johann Daniel Ramdohr

1775 - 1866, Jurist und Begründer von Ramdohr‘s  milder Stiftung

Johann Daniel Ramdohr wurde am 18. März 1775 in Aschersleben geboren. Er war der Sohn des Landwirts und Kürschnermeisters Johann Andreas Ramdohr und Marie Elisabeth, geborene Weißbrodt.
Johann Daniel hatte eine Schwester, Catharine Elisabeth (* 30. Oktober 1761).
Sieben weitere Geschwister starben schon sehr zeitig. Der Vater starb am 15. Dezember 1784. Die Mutter führte mit Tatkraft die Familiengeschäfte weiter. Sie übernahm sowohl das in der Breiten Straße gelegene brauberechtigte Wohnhaus nebst Wirtschaftsgebäuden als auch die von ihrem Gatten hinterlassenen 143,5 Morgen Land (etwa 36,6 Hektar), sowie die bisher gepachteten Äcker zur Weiterbewirtschaftung.
Der Vormund der Kinder, Justiz-Kommissar Teudeloff erachtete 1785 den erst 10jährigen Johann Daniel als besonders befähigt und fleißig, sogar die Möglichkeit eines späteren Studiums wurde schon erwogen. Die Voraussicht der Erzieher erwies sich als richtig. Der Junge besuchte das Ascherslebener Gymnasium und studierte Jura. Danach war er als Sekretär am Ascherslebener Gericht, später, während der französischen Besetzung, als Notar tätig.
Johann Daniel Ramdohrs Mutter starb am 13. Dezember 1808. Seine Schwester Catharine Elisabeth, die bereits Witwe war, verstarb am 19. Februar des Folgejahres. Sie hinterließ eine Tochter. Catherine Elisabeth Trautewein fand Aufnahme im Haus ihres Onkels. Sie stand ihm bis zu ihrem Tod am 19. Februar 1830 treu zur Seite, führte die Wirtschaft und setzte ihn zum Universalerben ein.
Zeitgenossen beschreiben Johann Daniel Ramdohr  - ganz den preußischen Tugenden entsprechend - als noblen, pflichttreuen, sparsamen und sogleich gönnerhaften Beamten. Mit der Einführung der preußischen Städteordnung vom 17. März 1832 wurde auch in Aschersleben eine Stadtverordnetenversammlung gewählt.
In Folge seines hohen Ansehens wählten die Aschersleber Stadtverordneten Johann Daniel Ramdohr 1832 zum Vorsitzenden dieses Gremiums. Da die Ideale Ramdohrs mit denen der anderen Stadtverordneten weit auseinandergingen, legte er jedoch bald darauf sein Amt nieder.
Der Verlust aller ihm Nahestehenden, sowie seine moralischen Vorstellungen führten wohl auch zu dem Entschluss, sein umfangreiches Vermögen vor allem zur Versorgung derjenigen Kinder einzusetzen, die durch den Verlust des Vaters oder beider Eltern Hilfe am meisten bedurften.
Ramdohr verfügte am 5. Februar 1864 in seinem Testament sehr detailliert die Verwendung fast seines gesamten Vermögens für eine wohltätige Stiftung.
Als Johann Daniel Ramdohr am 5. Dezember 1866 im Alter von 91 Jahren starb, hinterließ er ein Vermögen von 170.923 Talern, das noch heute in seinem Sinne Verwendung findet.